Rebekka Hüttmann

Zur Entstehung und Anlage dieser Bibliographie

An einem spätsommerlichen Nachmittag im September 2001 war ich – soeben aus dem Urlaub zurückgekehrt – zu einer Tasse Tee in der Glockenstraße 21 eingeladen. Christoph Richter erzählte von seinen Gedanken und Plänen für zukünftige Arbeitsprojekte: Eine Idee (unter vielen) war, bereits vorhandene Aufsätze zu überarbeiten und neu zusammenzustellen. Allerdings – so überlegte er – sei es zunächst nötig, alle Texte zu sichten, um dann zu befinden, nach welchen Gesichtspunkten und Themen man sie anordnen könnte. Ob ich nicht Lust hätte, seine Aufsätze zusammenzusuchen? – Voll jugendlichen Leichtsinns, vielleicht auch infolge wochenlanger Urlaubserholung und ganz bestimmt in Unkenntnis des Umfangs Richterscher Textproduktion habe ich die Aufgabe kurzentschlossen und voller Enthusiasmus angenommen.

Das Ergebnis des folgenden Recherche- und Kopiermarathons ist heute in der Prinz-Handjery-Straße zu begutachten: 15 Aktenordner mit Christoph Richters gesammelten Schriften – eine derart viel-seitige Produktivität finde ich nach wie vor beeindruckend; indes spekuliere ich auf den Weltmeistertitel im Schnell- und Ausdauerkopieren (Gewichtsklasse bis 25.000 Seiten). – Parallel zur Aktenordnersammlung ist das vorliegende, neue Verzeichnis der Schriften entstanden, das hoffentlich nicht allzu lücken- und fehlerhaft ist. (Wer meint, daß eine solche Bibliographie im Anhang der Festschrift zum 65. Geburtstag bereits vorliege, sei gewarnt: Schätzungsweise jeder zweite oder dritte Eintrag ist fehlerhaft oder ungenau!).

Ganz besonders freue ich mich, daß das Heft als mein Geschenk zu Christoph Richters 70. Geburtstag fertig geworden ist und daß allen Gästen bei dieser Feier ein Exemplar überreicht werden kann. – Bei aller Mühe, die mit der Entstehung des Heftes verbunden war, möchte ich mich bei Christoph Richter bedanken: Auch bei den hartnäckigsten Bitten und Nachfragen war er immer ansprechbar, hilfsbereit und geduldig; die Arbeit war für mich stets anregend, ich habe sehr davon profitiert.

Christoph Richter hat mich gebeten, einige Erläuterungen zur Anlage des Schriftenverzeichnisses zu geben:

Im Bibliographieteil sind zunächst die Buchveröffentlichungen Christoph Richters aufgelistet (A), chronologisch nach ihrem Erscheinungsjahr geordnet. Es folgt das Verzeichnis der Aufsätze (B), ebenfalls chronologisch sortiert: Die veröffentlichten Texte (in Zeitschriften, Herausgeberschriften o.ä.) sind unter dem Jahr der Veröffentlichung aufgeführt, die unveröffentlichten Schriften unter dem Jahr der Entstehung. Innerhalb der einzelnen Jahrgänge gibt es keine konsequent eingehaltene Ordnung, doch habe ich versucht, die Zeitschriftveröffentlichungen stets an den Anfang eines Jahres zu setzen, dann die in Büchern erschienenen Texte und zuletzt die unveröffentlichten Manuskripte.

Die Reihenfolge der Aufsätze in den 15 Aktenordern entspricht dem vorliegenden Verzeichnis. In vielen Fällen ist hinter die veröffentlichte Druckfassung eines Textes das dazugehörige Manuskript geheftet. Die Manuskripte in die Ordner aufzunehmen erschien deshalb sinnvoll, weil sie nicht immer mit dem jeweiligen Druck übereinstimmen: Häufig sind die Druckfassungen überarbeitet und gekürzt, vor allem enthalten die Manuskripte oft mehr Musikbeispiele.

Unter der Rubrik „Nachträge“ finden sich unsortiert diejenigen Texte, die trotz paläographischer Untersuchungen und eingehender Kalenderbefragung nicht oder nicht eindeutig datiert werden konnten bzw. erst nach Redaktionsschluß aufgetaucht sind.

Zudem gibt es einige wenige Texte, die ganz oder teilweise verschollen sind – mal fehlt nur die Druckfassung, während das Manuskript vorhanden ist; mal fehlt der Text überhaupt. Im Schriftenverzeichnis sind diese Titel durch kursive Schrift kenntlich gemacht.

Der Registerteil besteht aus einem Verzeichnis der Themen (C) und einer Liste der Musikstücke (D), die in den einzelnen Aufsätzen behandelt werden. – Manch einer mag fragen, ob ich für die Erstellung des Registerteil jeden einzelnen Aufsatz durchgelesen habe und die behandelten Themen und Stücke herausgefiltert habe? – Nein, diese Arbeit hat sinnvollerweise Christoph Richter übernommen, der die Texte schließlich am besten kennt.

Anspruch auf Vollständigkeit erhebt die Bibliographie nicht. Es ist anzunehmen, daß an irgendwelchen verborgenen Orten weitere Texte veröffentlicht sind, ganz zu schweigen von all den unveröffentlichten Manuskripten, die selbst beim Umzug nicht zum Vorschein kamen oder die im Laufe der Jahre abhanden gekommen sind. Zudem wurden einige Texte bewußt nicht in das Verzeichnis aufgenommen; soweit sie vorlagen, wurden sie in einen Ordner mit dem Titel „Sonstiges“ verbannt: Neben einigen eher privaten Texten – z.B. Briefen, Reden und Ansprachen – enthält die Bibliographie nur wenige Seminarpapiere und überhaupt keine Rezensionen und Editorials. Eine neue Herausforderung wäre vor allem die Zusammenstellung der Editorials aus „Musik und Bildung“ von 1978 bis 1991. – Nicht in der Bibliographie zu finden sind natürlich auch all die Texte, die noch in Arbeit sind oder die hoffentlich erst entstehen werden – es bleibt Raum für Zukunftsprojekte!