Christoph Richter wurde 1932 in Mährisch-Schönberg, in der heutigen tschechischen Republik, geboren. Als Pfarrerssohn wuchs er im Kreise von acht Geschwistern in Lübeck auf und machte sein Abitur am Lübecker Katharineum. Als Stipendiat des Evangelischen Studienwerks studierte er (in Freiburg, Hamburg und Kiel) Musik, Germanistik, Philosophie und Pädagogik. Nach einem Zwischenspiel als Orchestermusiker unterrichtete er am Gymnasium in Schleswig die Fächer Musik und Deutsch und war als Chorleiter und Kammermusiker tätig.

1970 erhielt er den Auftrag, an der gerade entstehenden Musikhochschule in Lübeck die Schulmusikabteilung aufzubauen und zu leiten. 1973 folgte er dem Ruf auf ein Ordinariat für Musikpädagogik an der Musikhochschule in Berlin (später Hochschule der Künste und heute Universität der Künste). Mehrfach leitete er als Dekan den Fachbereich Musikpädagogik und Musikwissenschaft. Gegen Ende seiner Dienstzeit war er Vizepräsident für den Bereich Musik. Von 1982 – 2002 arbeitete er als Gastprofessor an der Musikhochschule in Wien.

Von 1978 bis 1991 war er Schriftleiter und Mitherausgeber der Zeitschrift „Musik und Bildung und gehörte zu den Gründern der Zeitschrift „Üben und Musizieren“. Er ist Mitglied der „Society of Music Education“ und betreut heute als Mitherausgeber und Schriftleiter die wissenschaftliche Vierteljahresschrift „Diskussion Musikpädagogik“.

Seine wissenschaftlichen Interessen konzentrieren sich auf Fragen der Werkinterpretation und Möglichkeiten einer didaktischen Interpretation von Musik, die Anregungen u.a. von der philosophischen Hermeneutik, von Wagenscheins Lehre des Exemplarischen und Elementaren, und von anthropologischen Theorien bezieht.